Folat (Vitamin B9) bezeichnet eine Gruppe wasserlöslicher Verbindungen, die als Methylgruppendonoren in der Ein-Kohlenstoff-Stoffwechselkette fungieren. Der Körper benötigt Folat für die Synthese von Nukleotiden (DNA/RNA), die Methylierung von Homocystein zu Methionin und die Produktion von S-Adenosylmethionin (SAM), dem universellen Methylgruppenspender. Natürliches Folat aus Lebensmitteln liegt überwiegend als 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF) vor; synthetische Folsäure (Pteroylmonoglutaminsäure) muss enzymatisch zu aktiven Formen reduziert werden.
Gekauft wird Folat primär von Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren (Neuralrohrdefekt-Prävention), Personen mit MTHFR-Polymorphismen (die Folsäure schlecht verstoffwechseln) und Menschen, die Homocysteinspiegel senken wollen. In Deutschland schreibt die DGE 300 µg Folat-Äquivalente täglich vor, für Schwangere 550 µg; die EFSA setzt ein Tolerable Upper Level (UL) von 1000 µg synthetischer Folsäure täglich an, da hohe Dosen nicht-metabolisierte Folsäure (UMFA) im Blut hinterlassen können, deren Langzeitwirkung umstritten ist.
Folat ist kein Lifestyle-Supplement. Es adressiert definierte Mangelzustände (makrozytäre Anämie, erhöhtes Homocystein) und präventive Indikationen (perikonzeptionelle Supplementierung). Wer ausgewogen isst (grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn), erreicht die Basiszufuhr oft ohne Supplement; in der Praxis bleibt die Versorgung in Mitteleuropa jedoch suboptimal, insbesondere bei Frauen im gebärfähigen Alter.