Coenzym Q10 (CoQ10) ist ein lipophiles Benzochinon, das in allen menschlichen Zellen vorkommt und als Elektronenträger in der mitochondrialen Atmungskette fungiert. Es existiert in zwei Redox-Formen: Ubiquinon (oxidierte Form) und Ubiquinol (reduzierte, antioxidativ aktive Form). Der Körper synthetisiert CoQ10 endogen über den Mevalonat-Pathway; die hepatische Produktion erreicht ihr Maximum im dritten Lebensjahrzehnt und sinkt danach kontinuierlich um circa 0,5–1 % pro Jahr.
Nahrungsergänzung mit CoQ10 wird primär von drei Gruppen nachgefragt: Personen über 50 Jahre (altersbedingte Abnahme), Statin-Nutzer (Statine hemmen HMG-CoA-Reduktase und damit parallel die CoQ10-Synthese) und Sportler (Hypothese: mitochondriale Leistungssteigerung). Die klinische Rationale fokussiert sich auf kardiovaskuläre Gesundheit, Muskelschmerzen unter Statin-Therapie und neurodegenerative Prävention — die Evidenzqualität variiert jedoch erheblich zwischen diesen Indikationen.
CoQ10 aus der Nahrung (Fleisch, Fisch, Nüsse) trägt nur marginal zur Plasmakonzentration bei; bei typischer Ernährung circa 3–6 mg/Tag. Supplementierung zielt auf Plasmaspiegel von 2–4 µg/ml (therapeutischer Bereich in kardiologischen Studien).

