Fischöl ist die konzentrierteste natürliche Quelle für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Beide entstehen zwar auch im Körper aus pflanzlichem ALA (Alpha-Linolensäure), die Umwandlungsrate liegt aber unter 10 Prozent – daher gelten EPA und DHA als semi-essenziell. EPA dient als Vorläufer entzündungsregulierender Eicosanoide (Resolvine, Protectine); DHA ist Strukturbestandteil der Zellmembranen in Gehirn und Netzhaut. Die EFSA hat für beide zusammen eine angemessene Zufuhr (AI) von 250 mg pro Tag festgelegt, bezogen auf Erwachsene.
Käufer supplementieren aus drei Hauptgründen: erstens, um den Plasmaspiegel der Omega-3-Fettsäuren anzuheben (gemessen am Omega-3-Index, Zielwert ≥8 Prozent); zweitens bei geringer Fettsäure-Zufuhr über die Nahrung (kein Seefisch); drittens zur Unterstützung kardiovaskulärer, neurokognitiver oder entzündungsmodulierender Prozesse, auf die sich die klinische Forschung konzentriert. Das deutsche Supplement-Feld ist gespalten: während die eine Fraktion hochdosierte 2000-mg-Kapseln bewirbt (EPA+DHA zusammen), hält die konservative Linie 500–1000 mg für ausreichend.
