Spirulina bezeichnet zwei Cyanobakterien-Arten: Arthrospira platensis und A. maxima. Beide sind spiralförmige, photosynthetische Mikroorganismen, die seit Jahrtausenden in alkalischen Salzseen (pH 8–11) in Mexiko, im Tschad und in Südostasien gedeihen. Historisch diente Spirulina den Azteken (Texcoco-See) und saharischen Bevölkerungsgruppen als proteinreiche Grundnahrung. Heute wird die Alge in kontrollierten Becken weltweit kultiviert.
Der Trockenmassegehalt besteht zu 55–70 % aus Protein — mehr als Rindfleisch (ca. 26 %) oder Soja (ca. 36 %). Spirulina enthält alle neun essenziellen Aminosäuren, wobei Methionin und Cystein in geringerer Menge vorliegen. Dazu kommen 10–20 mg Eisen pro 100 g, Beta-Carotin (Provitamin A), Phycocyanin (ein nur in Cyanobakterien vorhandener Pigment-Protein-Komplex mit antioxidativer Aktivität), B-Vitamine (einschließlich B₁₂, allerdings in Pseudoform mit fraglicher Bioverfügbarkeit für den Menschen) und Gamma-Linolensäure (GLA).
Käufer suchen Spirulina aus drei Gründen: 1) als pflanzliche Proteinquelle für vegetarische und vegane Ernährung, 2) zur Eisensupplementierung ohne tierische Quellen, 3) als allgemeines „Superfood" mit antioxidativer Wirkung. VitaminExpress positioniert Spirulina als „konzentrierteste Vollwertnahrung"; Vitakruid nennt sie „natürliche Multivitamine". Beide Framings überzeichnen — die Alge ersetzt kein vollständiges Vitamin-Panel, liefert aber eine außergewöhnliche Nährstoffdichte.