BCAA steht für Branched-Chain Amino Acids, auf Deutsch: verzweigtkettige Aminosäuren. Die Gruppe umfasst drei essenzielle Aminosäuren: L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin. Essenziell heißt, der Körper kann sie nicht selbst synthetisieren; sie müssen über Nahrung oder Supplement zugeführt werden. Die verzweigte Molekülstruktur (aliphatische Seitenkette) ermöglicht, dass BCAA nach der Resorption im Dünndarm nicht primär zur Leber transportiert, sondern direkt in den Skelettmuskel aufgenommen werden, wo sie als Substrate für die Proteinbiosynthese und die mitochondriale ATP-Produktion dienen.
BCAA werden vor allem von Kraft- und Ausdauersportlern supplementiert. Die Hypothese: Vor und nach intensiver Belastung eingenommen, sollen sie die Muskelproteinsynthese beschleunigen, den Abbau (Proteolyse) während langer Einheiten reduzieren und die Erholung unterstützen. Vitakruid betont in seiner Sporttest-Kampagne, dass BCAA-Pulver fester Bestandteil vieler Sportlerernährungspläne ist. In der Praxis finden sich BCAA-Präparate sowohl isoliert als Pulver oder Kapsel als auch in Pre-Workout- und Post-Workout-Mischungen. Wichtig: BCAA sind auch natürlicher Bestandteil intakter Proteinquellen (Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Sojaprotein). Ob die isolierte Supplementierung über ganze Proteine hinaus einen Zusatznutzen hat, ist wissenschaftlich umstritten.