Beta-Alanin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die der Körper selbst synthetisieren kann, jedoch nur in begrenzten Mengen. Die Supplementierung zielt nicht auf direkten Muskelaufbau, sondern auf die Erhöhung intramuskulärer Carnosinspiegel. Mechanismus: Beta-Alanin ist der limitierende Faktor in der Carnosin-Synthese (β-Alanin + L-Histidin → Carnosin via Carnosin-Synthase). Carnosin wiederum puffert Wasserstoffionen (H⁺) im Muskelgewebe während hochintensiver Belastung und verzögert damit die metabolische Azidose — das Brennen, das intensive Sätze abbricht.
Die Zielgruppe sind Athleten in Sportarten mit wiederholten anaeroben Intervallen: Krafttraining (8-15 Wiederholungen), Sprinten, Rudern, Crossfit, Kampfsport. Ausdauersportler profitieren weniger, da bei längeren aeroben Belastungen andere Ermüdungsmechanismen dominieren. Carnosin akkumuliert über Wochen; Akuteffekte gibt es nicht. Wer Beta-Alanin kauft, plant typischerweise eine 8- bis 12-wöchige Ladephase vor einem Wettkampfblock oder Trainingszyklus.
Ein charakteristisches Phänomen: Parästhesie, ein harmloses Kribbeln auf der Haut (Gesicht, Hände, Nacken) 15-20 Minuten nach Einnahme höherer Einzeldosen (≥800 mg). Dieser Effekt ist dosisabhängig, klingt nach 60-90 Minuten ab und hat keine bekannte gesundheitliche Relevanz — viele Nutzer empfinden ihn als Indikator für Wirksamkeit, obwohl er mechanistisch unabhängig von der Carnosin-Akkumulation ist.