Starke Evidenz liegt vor für die akute Entzündungsmodulation bei gesunden, jungen Erwachsenen. Eine japanische RCT (n=42, 12 mg/Tag, 8 Wochen) zeigte signifikante Reduktion von CRP und Immunglobulin-G-Komplexen bei gesunden Männern. Eine weitere RCT (n=40, 6 mg/Tag, 12 Wochen) dokumentierte verbesserte Hautelastizität und Feuchtigkeitsgehalt bei Frauen mittleren Alters. Die Mechanismen sind wahrscheinlich antioxidativ (Neutralisation von Singulett-Sauerstoff) und membranstabilisierend (Astaxanthin verankert sich in Lipid-Bilayers).
Moderate Evidenz gibt es für Augenermüdung und visuelle Akkommodation. Zwei japanische RCTs (n=39 und n=49, jeweils 6 mg/Tag, 4 Wochen) zeigten Verbesserungen bei Bildschirmarbeitern in subjektiven Ermüdungs-Scores und objektiven Akkommodations-Messungen. Die Mechanismen sind nicht geklärt; ein plausibler Pfad ist die Reduktion oxidativer Schäden in der Retina und im Ziliarmuskel. Für kognitive Leistung gibt es eine einzige positive RCT (n=96, 12 mg/Tag, 12 Wochen) mit älteren Erwachsenen (50–69 Jahre), die Verbesserungen in Verarbeitungsgeschwindigkeit und psychomotorischer Funktion zeigte. Die Studie wurde vom Hersteller finanziert; eine unabhängige Replikation steht aus.
Schwache oder umstrittene Evidenz besteht für kardiovaskuläre Endpunkte. Eine Metaanalyse (2020, 7 RCTs, n=280) fand keine signifikante Wirkung auf LDL-Cholesterin oder Blutdruck. Die Studien waren klein, kurz (6–12 Wochen) und heterogen in der Dosierung. Für sportliche Leistung sind die Daten gemischt: Eine RCT (n=40, 4 mg/Tag, 6 Monate) zeigte verbessertes Time-to-Exhaustion bei Radfahrern; zwei andere RCTs (n=20 und n=32) fanden keine Effekte auf VO₂max oder Laktat. Die Unterschiede könnten mit Trainingstatus und Ausgangswerten zusammenhängen.