NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein zentrales Coenzym im Energiestoffwechsel jeder menschlichen Zelle. Es fungiert als Elektronenträger in der Atmungskette (Glukose + NAD⁺ → ATP + NADH), treibt die mitochondriale ATP-Produktion an und ist Substrat für Enzyme wie Sirtuine (DNA-Reparatur, Genregulation) und PARPs (DNA-Schadensantwort). Mit zunehmendem Alter sinken die NAD⁺-Spiegel im Gewebe — Studien zeigen einen Rückgang um 30–50 % zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr, möglicherweise durch gesteigerten Verbrauch (chronische Entzündung, oxidativer Stress) und reduzierte Synthese.
Direkte NAD⁺-Supplementierung funktioniert nicht: Das Molekül ist zu groß und polar, um Zellmembranen zu passieren. Stattdessen supplementiert man Vorstufen — Verbindungen, die der Körper enzymatisch zu NAD⁺ umbaut. Die drei gängigen Formen: Nicotinamid-Ribosid (NR), Nicotinamid-Mononukleotid (NMN) und klassisches Nicotinamid (NAM, auch Niacinamid genannt). Käufer suchen NAD⁺-Booster meist für Anti-Aging-Ziele (Hautgesundheit, kognitive Funktion), Energiesteigerung oder metabolische Unterstützung (Insulinsensitivität, Fettstoffwechsel). Der Markt wächst schnell, getrieben durch Longevity-Forschung an Modellorganismen (Hefe, Mäuse), aber die Evidenz beim Menschen ist noch lückenhaft.