Gerstengras (engl. barley grass) bezeichnet die jungen, grünen Triebe der Gerste (Hordeum vulgare), geerntet bevor die Pflanze Ähren bildet. In diesem Stadium konzentrieren sich Chlorophyll, Enzyme, Vitamine (v. a. B-Komplex, Vitamin C, β-Carotin) und Mineralstoffe (Eisen, Calcium, Magnesium) in den Blättern. Nach der Ernte werden die Halme gefriergetrocknet oder sprühgetrocknet und zu Pulver vermahlen.
Vermarktet wird Gerstengras vor allem als "Superfood" und Bestandteil von Grünpulver-Mischungen. Die Käuferschaft sucht meist nach einer pflanzenbasierten Quelle für Mikronährstoffe, Chlorophyll oder "alkalisierende" Effekte — wobei die Säure-Basen-Hypothese aus ernährungswissenschaftlicher Sicht umstritten bleibt. Der tatsächliche Nährstoffgehalt variiert erheblich je nach Erntezeitpunkt, Trocknungsverfahren und Lagerung; von standardisierten Gehalten kann nicht ausgegangen werden.
Die Mechanismen, die Gerstengras Wirkungen zuschreiben, bleiben spekulativ: Antioxidative Kapazität über Polyphenole und Chlorophyll, möglicherweise entzündungshemmende Effekte über Enzyme wie Superoxiddismutase (SOD). Für viele behauptete Vorteile (Entgiftung, Immunmodulation, Blutzuckersenkung) fehlt robuste klinische Evidenz am Menschen.